In der Fertigung entscheidet eine gute Lagerverwaltung direkt über Ihren Gewinn. Zu hohe Bestände kosten Geld. Teile veralten oder fehlen plötzlich an der Linie. Daher brauchen Sie die passende Strategie für Ihren Materialfluss.

Zwei Methoden prägen die Intralogistik: FIFO und LIFO. Welche Methode passt am besten in Ihre Werkstatt?

FIFO (First In – First Out): Zuerst rein, zuerst raus

Das FIFO-Prinzip ist einfach: Teile, die zuerst im Lager ankommen, werden auch zuerst verbraucht.

Die Vorteile von FIFO

  • Weniger Ausschuss und Veralterung: Ideal für empfindliche Bauteile, Elektronik, Chemie oder verderbliche Güter.
  • Genaue Bestandsbewertung: Bei steigenden Einkaufspreisen bucht FIFO ältere und oft günstigere Preise zuerst aus. Ihr Restbestand spiegelt den aktuellen Marktwert wider.
  • Perfekt für Lean Manufacturing: FIFO sorgt für einen stetigen, linearen Materialfluss. Das senkt Umlaufbestände (WIP) und vereinfacht die Chargenverfolgung.

Um FIFO direkt am Montageplatz abzusichern, hilft die richtige Hardware. Mit Röllchenleisten und Durchlaufregalen nutzen Sie die Schwerkraft: Bediener füllen Kisten von hinten nach und entnehmen sie von vorn. Das schließt Entnahmefehler mechanisch aus.

LIFO (Last In – First Out): Zuletzt rein, zuerst raus

Bei der LIFO-Methode entnehmen Sie die neuesten Artikel zuerst. Die zuletzt eingelagerten Teile verlassen das Lager als Erstes.

Wann ist LIFO sinnvoll?

  • Robuste Schüttgüter und Rohstoffe: Geeignet für unverderbliche Massengüter wie Sand, Ziegel oder standardisierte Bleche.
  • Maximale Raumausnutzung: Passt ideal zu tiefen Einschubregalen (Push-Back). Eine einzige Seite dient dabei zum Be- und Entladen.

Hinweis: Nach internationalen IFRS-Rechnungslegungsstandards ist LIFO wegen steuerlicher Verzerrungen unzulässig.

Vergleich: FIFO vs. LIFO

 Kriterium FIFO (First In – First Out) LIFO (Last In – First Out)
Entnahme-Reihenfolge Älteste Bestände zuerst Neueste Bestände zuerst
Risiko von Veralterung Sehr gering Hoch für tiefer liegende Ware
Materialfluss Kontinuierlich und geordnet Chargenweise Einlagerung
Lagereinrichtung Durchlaufregale (Zwei-Seiten-Zugang) Einschubregale (Ein-Seiten-Zugang)

 

Bestände visuell und in Echtzeit steuern

Egal welche Methode Sie wählen: Eine erfolgreiche Lagerverwaltung erfordert klare Sicht. Teams müssen Mindest- und Höchstbestände auf einen Blick erfassen. Eindeutige Bodenmarkierungen, Behälteretiketten und feste Pufferzonen verhindern teure Stillstände.

Kombinieren Sie Ihre Regale mit einem visuellen Kanban-System. So koppeln Sie den Nachschub direkt an den echten Verbrauch und vermeiden Überbestände an den Produktionslinien.

— Antoine BOUNAUD